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Der 24.08.2008 hätte, wenn es nach mir gegangen wäre, zu einem internationalen Trauertag ernannt werden müssen, war dies doch das Datum an dem ich mein geliebtes Kroatien in Richtung Deutschland verlassen musste. Kaum in Köln gelandet, schmiedete ich auch schon gleich wieder die nächsten Reisepläne. Bereits im Januar 2008 bin ich auf die Idee gekommen bei Google als Suchwort “Mandarinenernte” einzugeben, und prompt antwortete mir die Suchmaschine mit schier unendlich vielen Reiseangeboten nach Kroatien zur Mandarinenernte. Erneut überkam mich die Idee genau an so einer Reise teilzunehmen, und ich durchstöberte erneut die etlichen Angebote, und stieß zum Schluss auf  eine passende Reise für mich. Nach ein paar Wochen bibbern ob nun mein Urlaub genehmigt wird, stand der Reise und der damit verbundenen Vorfreude jedoch nichts mehr im Weg, und so setzte mein Flieger, 48 Tage nach der Rückkehr in Deutschland, am 11.10.2008 morgens vom Dortmunder Flughafen gen Süden ab…

Bei strahlendem Sonnenschein, dem gewohnten wolkenlosen Himmel und 26 Grad landete der Flieger am frühen Mittag in Split. Nachdem ich meinen Koffer in Empfang genommen hatte, machte ich mich auf den Weg in Richtung Ausgang wo ich auch gleich ein Schild mit der Aufschrift meines Reiseveranstalters bemerkte. Ich schloss mich dem Schildträger namens Ivo an und wurde mit weiteren 8 Gästen in ca. einer guten Stunde fahrt in das Hotel Aurora in Podgora an der Makarska Riviera gebracht ( siehe hier). Weitere 170 Passagiere sollten vom Flughafen Düsseldorf spät Abends folgen. Den Tag verbrachte ich mit der Besichtigung Podgoras, während ich an Tag zwei an einem Ausflug auf die Insel Hvar und Brač teilnahm ( siehe hier ) Tag 3 stand dann im Zeichen des Reisetitels “Saisonabschlussfahrt-Mandarinenernte”. Die Reisegruppe bestand komplett aus über 170 Personen in dem Alter 50aufwärts. Da ich doch relativ Anpassungsfähig bin, fand ich jedoch sehr schnell Anschluss und verbrachte die Mahlzeiten immer wieder in der Gesellschaft eines sehr netten Ehepaars aus Essen, die ich schnell zu meinen Adoptiveltern auf dieser Reise ernannt hatte. Die Abenden wurde nie langweilig. Jeden Abend gab es an der Promenade in Podgora live-Musik. Es wurde gelacht, getanzt und die angenehm milden Oktobernächte wurden ausgiebig genossen. Hier fand ich schon gleich am ersten Abend Anschluss zu den noch jungen Mitarbeitern des Reiseveranstalters, die mich nun jeden Abend zum Feiern an die Promenade entführten.

Am frühen morgen des 13.10.2008 brachten uns unsere Reisebusse erst einmal zu einem kurzen Spaziergang nach Makarska, wo wir eine dreiviertelstunde Zeit hatten. Nun sollte es endlich los gehen, und wir fuhren zum….

Neretva Delta

Durch schmale Sträßchen fuhr Doris, unsere Kapitänin im Bus, nun bereits im Deltabereich der Neretva unserem Ziel entgegen, immer wieder dem Problem des Entgegenkommen anderer Reisebusse ausgesetzt, die sie mit viel Konzentration und Können jedoch mit bravur meisterte. Plötzlich hielt sie in einer weiteren sehr engen, ja fast schon gassenartigen Straße. Rechts der Straße befanden sich Häuser und links der Hauptarm der Neretva. Die komplette Gruppe wurde zu dem Haus geleitet, von dem wir lediglich weniger Meter entfernt parkten. Dort wurden wir bereits von unserem Gastgeber mit verschiedenen Früchten, getrockneten Feigen, selbstgebranntem Rakija, und Vino aus Eigenproduktion erwartet. Alle unterhielten sich gut, und griffen zu den leckeren Köstlichkeiten an denen sich jeder uneingeschränkt bedienen konnte. Kurz darauf teilte Ivo (einer der Reisebegleiter) Netze aus, die dazu dienen sollten die gepflückten Mandarinen darin zu verwahren (solche Netze die man auch im Supermarkt beim Kauf von Mandarinen hat), jeder konnte sich soviel Netze nehmen, wie er glaubte sammeln zu können. Nun liefen wir also hinter das Haus, von wo aus sich einem an ganzes Meer an Mandarinenbäumen eröffnete. Alle stürmten sie los um auch ja die schönsten zu pflücken…Nur ich beschäftigte mich erst einmal mit der Fotografie.

Nachdem ich genug Fotos geschossen hatte, machte ich mich nun auch ans Pflücken, doch dummerweise erwies sich meine Technik als nicht vorteilhaft, so neigte ich dazu die Mandarinenschale beim abpflücken immer aufzureißen, was wiederum (so erklärte man uns) dazu führt, dass die Mandarinen nur kurze Zeit haltbar sind, während sie unbeschädigt Monate einwandfrei genießbar bleiben. Meine Adoptiveltern zeigten mir, wie ich es richtig anstelle. Die Mandarinen dürfen nicht gerissen werden, sondern müssen solange gedreht werden, bis sie abgehen. Ahaaa….und so klappte es dann auch. Immerhin sammelte ich 2 volle Säcke.

Mandarinenernte

Mandarinenernte

Mandarinenernte

Mandarinenernte

Mandarinenernte

Mandarinenernte

Mandarinenernte

Mandarinenernte

Mandarinenernte

Mandarinenernte

Mandarinenernte

Mandarinenernte

Mandarinenernte

Mandarinenernte

Bild 1-15: Mandarinenernte

Informatives…

Die Neretva entspringt in Bosnien und Hercegovina nahe der montenegrinischen Grenze in dem kleinen Ort Držirep auf 1100 m über Null südlich des Zelengora, einem Gebirge, und ist 225 km lang. Zunächst fließt die Neretva in nordwestlicher Richtung zwischen den Gebirgen Bjelašnica, Lelija und Visočica, sowie Crvanj und Prenj, dessen Gipfel sich bis auf 2100 m erheben. Hinter Konjic verändert sich der Lauf der Neretva. Hier staut sich der Fluss zum Jablaničko Jezero, der sich von Ost nach West ausbreitet. Ab hier fließt die Neretva nun in südwestlicher Richtung weiter und durchdringt den Neretva Canyon, der sich bis nach Mostar erstreckt.

Am Mittellauf der Neretva befindet sich die größte und wichtigste Stadt des Flusses, sowie der Hercegovina, Mostar ( siehe hier ). Der Fluss teilt die Stadt in zwei Teile. Den überwiegend katholischen und somit kroatischen Westteil, und den überwiegend muslimischen Ostteil. Hinter Mostar weitet sich die Ebene durch die der Fluss fließt, und wird ab dem Zufluss des Flusses Buna wieder enger. Ab hier durchfließt die Neretva einen weiteren ca. 20 km langen Canyon, der sich bei der Märchenstadt Počitelj ( siehe hier ) wieder öffnet und ab Čapljina und den Zuflüssen der Flüsse Trebižat und Bregava den Beginn des Unterlaufs bilden. Ab hier wird die Neretva intensiv landwirtschaftlich genutzt, jedoch befindet sich nur ein kleiner Teil des Unterlaufs in der Hercegovina, womit sich auch der landwirtschaftliche Nutzen für Bosnien und Hercegovina in Maßen  hält. Nach 203 km erreicht die Neretva nun die Grenze zu Kroatien und bildet ab hier das mächtige Delta, dass  sich gleich hinter Metković (kroatische Grenzstadt zur Hercegovina) auf einer Länge von 22 km erstreckt um schließlich in der Adria, bzw. dem Mittelmeer, zu münden.

Auf 20.000 Ha verteilt sich das Delta, wovon 8.000 zu Bosnien und Hercegovina beim Naturpark Hutovo Blato fallen, und 12.000 Ha zu Kroatien gehören. Drei Arme bildet hier die Neretva, von denen jeweils tausende weitere Kanäle auf  196 Quadratkilometer Fläche zum bewässern der Landparzellen abzweigen. Ursprüglich bildete das Delta 12 große Arme und war ein undurchdringliches Gebiet aus Sümpfen, indem die Neretvanischen Piraten ( siehe hierzu Omiš ) ihren Unterschlupf im haushohem Schilf fanden. Die Sümpfe wurden nach dem Befall der Malaria trocken gelegt und bilden seit dem das größte fruchtbare Land zwischen Split und Dubrovnik. Vor allem werden Früchte und Gemüse angebaut, darunter 8 verschiedene Orangen- und Mandarinensorten, Kiwis, Granatäpfel, Melonen, Zitronen, Kakis und sonstige Südfrüchte…Aufgrund der ausgedehten landwirtschaftlichen Nutzung trägt das Neretva Delta auch den Spitznamen “kroatisches Kalifornien”.

Das Neretva-Delta ist eines der wenigen Feuchtgebieten in Europa und wird international als ein so genanntes Ramsar-Gebiet, ein wichtiges Vogelareal, anerkannt, denn hier nisten rund 235 Vogelarten, von denen eine Vielzahl hier auch überwintert. Sümpfe, Feuchtgebiete, Zuckerrohrfelder, das Meer, die Strände, Lagunen, Süß- und Salzwasser, Seen, Flüsse, Kalksteinhügel und Berge bilden nicht nur eine landschaftlich einzigartige und überwältigende Kulisse, sondern stellen damit auch eine unfassbare Vielfältigkeit von Lebensräumen dar, weshalb das Delta ein besonders geschützter Bereich des Mittelmeerraums ist. Es gibt 34 Arten Süßwasserfische, 100 Arten von Meerwasserfischen. Desweiteren findet man eine Vielzahl von Schlangen, Schildkröten, Frösche, Eidechsen und sonstigen Reptilien, sowie selbstverständlich Insekten in Hülle und Fülle. Eine weitere biologische Besonderheit ist, dass man hier Aale aus der Bermuda-See vorfindet, die hier ihren Laich ablegen und in der Flussmündung sterben.

Karte des Neretvaflusslaufs

(http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Neretva_Map.PNG&filetimestamp=20080203150843)

Nach der  erfolgreichen Ernte begaben wir uns wieder alle zum Bus und nahmen unsere Plätze ein. Alles duftete nun nach frischen Mandarinen, denn die meisten schlemmten bereits schon während der Ernte, und führten das Schlemmen im Bus weiter fort. Doris lenkte nun den Bus in Richtung Metković, der Grenzstadt zu Bosnien und Hercegovina, in Richtung Osten, um dann jedoch noch vor Metković nach links in Richtung Norden abzubiegen und weiter zu fahren, bis wir zum Restaurant Lopoč kamen und dort hielten. Hier befindet sich einer der Kanäle (um genau zu sein die Norin) der Neretva, und hier stiegen wir in die kleinen Boote und starteten unsere Bootstour. Jeder der in der Nähe des Neretva Deltas seinen Urlaub verbringt sollte an so einer Tour mal teilnehmen. Es ist einfach atemberaubend schön. Am besten man unternimmt eine solche Tour in einem Lađa-Boot. Lađas sind die altertümlichen und traditionellen Holzboote auf denen die Bewohner des Neretva Deltas schon seit Jahrhunderten zu ihren Landparzellen kommen. Jedes Jahr am 2. Samstag des Monats August findet sogar ein Lađa-Marathon statt. 30 Mannschaften zu je 12 Personen nehmen Jahr für Jahr an diesem Wettbewerb teil, an dem die Strecke Ploče bis Metković (insgesamt 22 km) abgefahren wird.  Unsere Tour wurde durch Live-Musik begleitet. Nun möchte ich jedoch Fotos sprechen lassen:

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Neretva Delta-Bootsfahrt

Bild: 1- 31: Neretva Delta-Bootsfahrt

Von der Bootstour zurückgekehrt erhielten wir ein köstliches Essen im Restaurant Lopoč und fuhren um ca. 17 Uhr wieder zurück in Richtung Podgora…

Neretva Delta

Neretva Delta

Neretva Delta

Neretva Delta

Neretva Delta

Neretva Delta

Neretva Delta

Neretva Delta

Bild 1-9: Umgebung des Deltas (leider nur aus dem Bus fotografiert)

Bereits auf dem Hinweg zum Neretva Delta erhaschte ich einen traumhaft schönen Blick auf ein paar Seen hoch oben von der Magistrale aus. Auf dem Rückweg bat ich darum doch hier eine kleinen 5 Minutenstopp einzulegen, schließlich gibt es an der Magistrale gleich eine tolle Aussichtsplattform. Und so wurde mein Wunsch erhört, und wir hielten an. Leider stand die Sonne schon sehr tief, und so war der Anblick nicht ganz so toll wie noch am Vormittag, aber dennoch grandios.

Baćina Seen/Baćinska Jezera

Auf 138 Ha Fläche bilden 7 Seen dort wo das Bikovo-Gebirge in grüne und weiche Hügel ausläuft, und dem Mündungsgebiet der Neretva eine traumhafte Seenlandschaft. 6 dieser Seen sind miteinander verbunden. Hier kann man ebenfalls an schönen Bootstouren teilnehmen, schwimmen, oder einfach nur die Landschaft genießen. Sowohl Pensionen als auch Campingplätze bieten Interessierten Unterkünfte. Den Namen erhielten die Seen aufgrund der angrenzenden Ortschaft Baćina. Die Seen im einzelnen heißen:

1. Oćuša

2. Crniševo

3. Podgora (nicht zu verwechseln mit der Ortschaft)

4. Sladinac

5. Vrbnik

6. Šipak

7. Plitko

Hier endete der Tag der Mandarinenernte und fand mit dem Blick auf die Baćina Seen eine perfekten Ausklang…

Baćina Seen/Baćinska Jezera

Baćina Seen/Baćinska Jezera

Baćina Seen/Baćinska Jezera

Baćina Seen/Baćinska Jezera

Baćina Seen/Baćinska Jezera

Baćina Seen/Baćinska Jezera

Baćina Seen/Baćinska Jezera

Baćina Seen/Baćinska Jezera

Baćina Seen/Baćinska Jezera

Bild 1-9: Baćina Seen

Am 14.10.2008 nahm ich an erneut am Ausflugsprogramm teil. Dieses mal sollte Dubrovnik besucht werden. Um von der Makarska Riviera nach Dubrovnik zu gelanden muss man das Neretva Delta quasi umrunden, und genießt wirklich tolle Ausblick auf das riesige Delta. Leider hielten wir an keiner der Aussichtsplattformen, und so konnte ich lediglich aus dem Bus rausfotografieren, was natürlich wieder für einige Spiegelungen und trübe Bilder sorgte, aber immerhin besser als gar nichts.

Neretva Delta

Neretva Delta

Neretva Delta

Neretva Delta

Neretva Delta

Neretva Delta

Neretva Delta

Neretva Delta

Neretva Delta

Neretva Delta

Bild 1-10: Das Neretva Delta von oben

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