Vorab könnt ihr erste Eindrücke über die Insel in diesem Video sammeln:
Informatives über die Insel…
Die Insel Brač ist die größte Insel Dalmatiens und die 3. größte Kroatiens. Auf einer Fläche von 396 km² leben ca. 15.000 Menschen. Sie ist 45 km lang und an ihrer breitesten Stelle 14 km breit. Die Küstenlänge beträgt 175 km. Auf Brač findet man den mit 778 m höchsten Inselberg Kroatiens, den Vidova Gora. Supetar auf der Nordseite ist mit 3.500 Einwohner die größte Stadt der Insel und zugleich auch deren Hauptstadt.
Die Menschen auf Brač leben von der Viehzucht, der Kiwi- und Olivenernte, Fischerei, den Erzeugnissen aus der Weintraubenernte, und dem berühmten Marmor von Brač. Die Insel besteht aus Dolomit und weißem Kalkstein, der hier bereits seit der Römerzeit abgebaut und in Prachtbauten verbaut wird. Berühmte Gebäude auf der ganzen Welt sind aus diesem Stein geschaffen wurden, darunter das Weiße Haus in Washington, verschiedene Kathedralen in Šibenik und Trogir, der Diokletionpalast in Split, das Parlament und die neue Hofburg in Wien, das Parlament in Budapest und der Statthalterpalast in Triest, sowie der Reichstag in Berlin. Selbstverständlich darf man den Tourismus nicht vergessen, denn dieser hat seit je her einen enorm hohen Stellenwert in Kroatien, und somit auch auf Brač.
Karte zu Brač (klicken zum vergrößern)
(Quelle: www.postira.com)
Schon in der Jungsteinzeit wurden die Höhlen von Brač bewohnt, während in der Bronze- und Eisenzeit die Menschen auf den Hochflächen siedelten und dort Viehzucht betrieben. Die Illyrer trieben Handel mit den Griechen, bis die Römer die Kontrolle übernahmen. Mit dem Zerfall des weströmischen Reiches hielt der Stamm der Neretljani einzug. Nachdem die Franken das Land christianisierten kamen die Venezianer. Vom 11. bis 15. Jahrhundert erlebte die Insel das Hin und Her zwischen Kroaten, Venedig und den Piraten von Omiš. Mit dem Untergang Venedigs im 18. Jahrhundert folgten Bauernaufstände, denen Österreich ein Ende setzte. Anschließend führten die Franzosen reformen ein, es folgten die russischen Besetzer und Anfang des 19. Jahrhunderts griffen die Engländer an. Die italienische Sprache wurde zwecks Entkroatisierung von den Österreichern eingeführt. Der Rest gleicht der Geschichte anderer dalmatinischer Städte.
Sumartin
Sumartin erreichten wir mit der Fähre von Makarska in ca. 40 minuten früh morgens um 8:10 Uhr am 04.08.2008. Sumartin ist touristisch für die meisten nicht interessant. Das Städtchen dient als Fährort zu Makarska auf dem Festland, und wird lediglich zeitweilig durch die ankommenden Touristen belebt. Das Städtchen ist jedoch sehr zauberhaft, und fängt nach und nach an, sich den großen Touristenstädten der Insel, Supetar und Bol, anzuschließen. In der Umgebung gibt es schöne Tauch- und Fischgründe. Der Ort wurde 1646 von Flüchtlingen gegründet die vor den Türken vom Festland geflohen sind. Es gibt ein Museum im Franziskanerkloser das im 18. Jahrhundert errichtet wurde, einen schönen Park, und eine uralte, vorromanische Kirche.
Bild 1-7: Sumartin
Von Sumartin, vorbei an Selca und Gornji Humac, zum Vidova Gora
Gleich hinter Sumartin am Hang gebaut, und von Parks und sattgrüner Umgebung gesäumt liegt der Ort Selca. Leider konnten wir den Ort lediglich beim Einlaufen unserer Fähre, und beim Vorbeifahren betrachten, für mehr blieb leider keine Zeit.
Bild 1 und 2: Blick von der Fähre auf Selca
Bild 3: Oberhalb von Selca beim Vorbeifahren
Selca wurde erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt und ist ein Ort der Steinmetzkunst. In dem 1.000 Einwohner Dorf sind zahlreiche Persönlichkeiten in Form von Statuen verewigt. Man kann ein Tostoi-Denkmal begutachten, oder die Büste von Hans-Dietrich Genscher. Desweiteren existieren Statuen von Papst Johannes, den ehem. kroatischen Präsident Tuđman, Alois Mog und Stjepan Radić.
Weiter führte uns die Straße vorbei an etlichen kleinen und bezaubernden Orten, bis schließlich bald ein Schild mit dem Hinweis zum Vidova Gora erschien, und wir links abbiegen mussten. Die Straße führte nun immer höher den Berg rauf, jedoch ohne Serpentinen, oder gar Abgründen, im Gegenteil führte die Straße durch Aleppo- und Schwarzkierferwälder.
Bild: Kreuzung bei Gornji Humac
Vidova Gora
Nach ca. einer 3/4 Std. Fahrt waren wir am Vidova Gora, dem höchsten Inselberg Kroatiens, angekommen. Aus 778 m Höhe hat man eine grandiose Aussicht auf den berühmtesten Strand Kroatiens, den Zlatni Rat (das goldene Horn), die Insel Hvar und kann ganz nebenbei auch noch einen leckeren Kaffee, kühle Getränke, ein Eis oder ein Essen in dem Restaurant zu sich nehmen. Man ist sich nicht einig ob der Vidova Gora ein verwunschener, oder ein heiliger Ort ist. War dieser Ort Kultstätte des Gottes Svevid, oder war es eine Stätte der Hexerei? Was man mit Sicherheit weiß ist, dass man den Weg nach oben, gleich ob mit Auto, oder in Form von Wanderungen, nicht scheuen sollte, denn man wird defenitiv verzaubert werden.
Bild 1 – 3: Vidova Gora-Blick auf den Zlatni Rat
Bild 4 und 5: Vidova Gora-Blick auf die Insel Hvar
Wer sich für Höhlen interessiert, kann in Straßennähe auf dem Weg rauf zum Vidova Gora die Golubinka und die Vičja Jama besichtigen. Wir genossen noch einen Kaffee bevor es wieder bergab in Richtung Bol los ging.
Bild 1-4: Das Restaurant am Vidova Gora mit einer fantastischen Aussicht
Bol, die erste
In Bol angekommen versuchten wir verzweifelt einen Parkplatz zu ergattern, doch leider ohne Erfolg. Schon allein der kurze Blick vom Hafen auf die schönen Steinhäuser mit oftmals weißgekalkten Dächern löste es wieder aus…jaja die kleinen Orte tuns mir doch immer wieder an…Auf der Straße sprach ich einen Herrn an, wo man alternativ parken könnte. So nett wie meine Landsleute sind, stieg er gleich in sein Auto und leitete uns auf einen kostenfreien Parkplatz lediglich ein paar Gehminuten entfernt oberhalb der Stadt. Nachdem wir in Richtung Franziskanerkloster marschierten und uns die schönen Strände auf den Weg dorthin ansahen, beschloss meine Familie zu meinem Leid, dass es viel zu heiß ist um weiter zu gehen. Ich wollte doch unbedingt erst Bol anschauen, bevor es zum Zlatni Rat zur Abkühlung geht. Ich gab mich geschlagen. Also zurück zum Auto, und 1 km weiter zum Zlatni Rat.
Bild 1-9: Bol
Zlatni Rat
Gleich hinter dem Zlatni Rat (dt. goldenes Horn) finden sich mehrere Hotelkomplexe. Das Zentrum von Bol kann man per Promenade zu Fuss vorbei an schönen Stränden erreichen, oder mit einer Bimmelbahn, außerdem fahren vom Zlatni Rat aus alle paar Minuten Taxiboote nach Bol. Wir parkten hinter einem der Hotels und liefen in ca. 5 min. zum Zlatni Rat. Das Goldene Horn ist ein Feinkiesstrand, der sich über 500 m ins Meer schwinkt, und dessen Spitze je nach Meeresströmung in Richtung Süden, Osten oder Westen zeigt. Zwar ist der Strand in der Hochsaison extrem voll, jedoch lohnt es sich, an diesem Naturschauspiel teilzuhaben. Der Zlatni Rat überzeugt durch seine einmalige Schönheit, dem kristallklaren, türkisem Wasser, der Natur und den Aussichten nach Süden auf die Insel Hvar und nach Norden auf den Vidova Gora. Mir fällt nur eins dazu ein: Wunderschön!!!
Bild 1-13: Das Goldene Horn (Zlatni Rat)
Bol, die zweite
Nachdem wir nun schon bereits mehrere Stunden am Goldenen Horn verbracht, und uns ausgeruht und im Wasser abgekühlt hatten, schrie meine innere Stimme immer mehr danach sich jetzt Bol anzuschauen. Da jedoch meine Begleiter weiter am Strand bleiben wollten, nahm ich allein das Taxiboot nach Bol. Mit meiner Familie verabredete ich mich für 17:45 an der Tankstelle am Hafen, wo sie mich mit dem Auto abholen sollten. Die Überfahrt mit dem Taxiboot kostete lediglich 10 Kuna und erföffnet einem schöne Aussichten.
Bild 1-4: Vom Goldenen Horn nach Bol mit dem Taxiboot
In Bol angekommen versorgte ich mich erstmals an einem Büdchen mit kühlen Getränken und schlenderte durch die schönen Gassen. Idylle pur sag ich nur. Der 1.500 Einwohner Ort besitzt eine alte barocke Kirche von 1668 und im äußersten Osten der Stadt findet sich das Franziskanerkloser von 1475 in dem noch neun Mönche leben, die das Kloster mit integriertem Museum verwalten. Im Museum finden sich Amphoren, Tintoretto-Gemälde und glagolitische Messbücher. Der Ort wurde um das Kastell (Heute ein Hotel) errichtet. Besiedelt wurde Bol schon von Illyrern und Römern. Oberhalb von Bol gelegen befindet sich die alte Burgwallsiedlung Kostilo. Diese wurde von Römern als Zufluchtsort errichtet. Im 9. Jahrhundert plünderten Sarazenen die Stadt, worauf die Bewohner in die Berge flohen und sich erst lange Zeit später wieder in ihren Heimatort zurück trauten. Und weil Bol so schön ist, hier noch ein paar Bilder:
Bild 1-19: Impressionen aus Bol

































































