
Zunächst einmal ein schönes Video über die Inse!
Informatives über die Insel…
Die “verbotene” Insula Vis liegt südwestlich von Hvar, und ist die vom Festland am weitesten entfernte bewohnte Insel Kroatiens. Die Insel ist 90,3 km² groß auf denen 3.617 Menschen leben. Die höchste Erhebung der Insel ist der 587 m hohe Hum. Die Länge der Insel beträgt 17 km, während sie an der breitesten Stelle 8 km misst. Die Küstenläge beträgt 84,907 km.
Vis ist seit frühester Zeit eine bekannte Insel gewesen, auf der bereits im Neolithikum (Die Jungsteinzeit von 11.500-3.300 v. Chr.) Menschen lebten. Die Illyrer besiedelten Vis im 6. und 5. Jh. v. Chr, und begannen bereits im 4. Jh. v. Chr. eigenes Münzgeld zu prägen. 397 v. Chr. folgten die Griechen, die unter dem Feldherren von Syrakus (Dionysius dem Älteren) hier ihre erste Kolonie in der Ostadria gründeten und sie Issa nannten. Dionysios der Jüngere gründete weitere Kolonien wie Tragurion (heute Trogir), Epetion (heute Stobreč bei Split), Salona (heute Solin) und Korkyra Melaina (heute Lumbarda auf Korčula), und so war Syrakus der mächtigste Staat im griechischen Territorium.
Dionysios der Jüngere hatte jedoch mehr Freude an der Phylosophie als an Politik. Teuta, die illyrische Piratenkönigin, machte sich 229 v. Chr. auf den Weg Issa zu erobern, und erbat sich Hilfe von Rom. Die Römer, die sich damals eh auf Expansionskurs befanden, nahmen die Einladung dankend an. Issa stellte sich unglücklicherweise auf die Seite von Pompejus, der aus der Schlacht mit Caesar als Verlierer hervorging. Die Folge war das Issa 46 v. Chr. seine politische Selbstständigkeit an Oppidum civium Romanorum und an Salona verlor. In dieser Zeit entstanden auf Vis Thermen, Tempel, Theater und ein Forum.
Nach der Teilung des Römischen Reiches unterstand Issa der Herrschaft von Byzanz, während der Aufstieg Salonas zum Verwaltungszentrum Issas endgültigen Abstieg nach sich zog. Lediglich der hervorragende Wein rettete die Insula vor der Vergessenheit, während die Insel später dem Kroatischen Königreich angegliedert wurde. 997 eroberten die Venezianer die Insel, wurden jedoch im 12./13. Jh. durch die kroatisch-ungarischen Könige vertrieben. Ab 1242 fiel Vis an die Kommune der Nachbarinsel Hvar.
Nachdem ganz Dalmatien 1409 für 100.000 Dukaten an Venedig verkauft wurde, bekamen die Venezianer die immer noch zur Kommune Hvar gehörende Insel 1420. Nach dem Untergang Venedigs Ende des 18. Jahrhunderts, fiel die Insel erst an Österreich, dann an Frankreich. Nachdem die Briten mit den Franzosen eine Seeschlacht führten, befestigten sie 1811 die Insula Vis. Von 1815 bis 1918 unterstand die Insula wieder den Österreichern, die sich hier ein Kriegsflottenstützpunkt errichteten. 1866 führten die Österreicher mit den Italienern erbitterte Seekämpfe nahe Vis. Die Österreicher siegten jedoch vorerst, denn von 1918 bis 1920 war Vis italienisch.
Im Anschluss gehörte Vis innerhalb des Muttelandes Kroatien zum 1. Jugoslawien. Die Italiener ließen nicht locker, und so versuchten sie nochmals 1943 eine Okkupation, die jedoch ohne Erfolg blieb.
Aufgrund ihrer exponierten strategischen Lage wurde die Insel Hauptmarinebasis und Sitz des Marinestabs, worauf man 1944 einen Militärflughafen errichtete. Von nun an war die Insel Vis gänzlich für ausländische Besucher gesperrt, worauf die Insula den Spitznamen “verbotene Insel” erhielt.
Marschall Tito hatte in einer Höhle auf der Insel sein Quartier. Zu dieser Zeit bis zur Befreiung Beograds am 22.10.1944 war hier der Sitz des Generalstabs des Volksbefreiungskampfes.
Nach dem II. Weltkrieg kam Vis zurück zum Mutterland und wurde somit Teil des 2. Jugoslawiens. Bis 1989 blieb die Insel weiterhin für Touristen gesperrt, und erst seit der Unabhängigkeit Kroatiens kann sich diese schöne Insel entfalten.
Karte Insel Vis
(http://www.apartments-katarina.com/)
Lage der Insel Vis in Mitteldalmatien
(Quelle: http://www.croliday.com/)
Am 21.08.2008 liefen wir um 08.30 Uhr aus dem Hafen Split mit einer riesigen mehrstöckigen Fähre in Richtung Südwest aus. Ziel war die Insula Vis, die “verbotene Insel”.
Bild 1-21: Mit der Fähre nach Vis
Kurz nach 11 Uhr liefen wir im Hafen der gleichnamigen Hauptstadt von Vis ein. Oben vom Deck aus hatte man schöne Ausblicke, so hielten wir uns die ganze Fahrt über oben auf. Zwischenzeitliche glaubte meine Cousine weit auf offener See Taucher im Wasser schwimmen zu sehen, die sich jedoch als Delfine entpuppten. Bis ich meine Kamera auspackte, waren sie leider schon wieder weg.
Jedenfalls bot die Einfahrt oben vom Deck aus tolle Möglichkeiten die Stadt Vis vom Wasser aus zu fotografieren. Ich als riesiger Palmenfan freute mich auch, den riesigen Palmenpark von Bord aus auf “Film” bannen zu können. Palmen gibt es zwar überall in Dalmatien zu hauf, jedoch auf Vis spielen sie eine besondere Rolle. Vis ist nicht nur die verbotene Insel, sondern auch die Insel der Palmen. Zu Zeiten als die Insula Sperrgebiet war, lebten einige Einwohner unter anderem von der Palmenzucht. Diese wurden beispielsweise nach Spanien und Italien exportiert.
Bild 1-18: Vis-Stadt vom Schiff aus
Bild 19-24: Der Palmenpark vom Schiff aus
Bild 25-31: Der Palmenpark
Nach einer kleinen Fotosession innerhalb des Parks machten wir uns auf die Suche nach einer Keramikbar, und wurden auch gleich in einem Cafe an der Riva gleich neben dem Park fündig. Nach dem Besuch der Keramikbar gönnten wir uns erst eine Erfrischung und einen Kaffee, und liefen im Anschluss ein wenig über die Riva. Spontan entschlossen wir uns in den Westen der Insel zu fahren, um dort den Ort Komiža zu besuchen. Leider fahren Busse nur zu den Fährabfahrtszeiten und so nahmen wir uns für 120 Kuna ein Taxi. Die Inselstraße führt rauf in die Berge von wo aus man einen wahnsinns Blick auf Komiža und die im Westen vorgelagerte Insel Biševo hat. Die Straße führt nun in Serpentinen bergab vorbei an dem Kloster mit Kirche Sveti Nicolas das fast schon königlich über der Stadt hoch oben am Hang thront.
Bild 1-17: Stadt Vis-Spaziergang über die Riva
Bild 18-20: Die Fahrt nach Komiža
Bild 21: Das Kloster mit Kirche Sveti Nicolas
Komiža
In Komiža spazierten wir durch die tollen Gassen des Städtchens vorbei am Kastell mit Uhrturm aus dem Jahr 1585, in dem Heute ein Fischereimusuem untergebracht ist. Gemütlicher Tourismus prägt das Städtchen. An der Uferpromenade reihen sich einige Cafes, Restaurants und eine Bank. Zwischendrin mal ein Kiosk und ein Souvenirladen. Die uralten Häuser sind teilweise bis ans Wasser gebaut, und nach wie vor scheint hier die Fischerei und der Weinanbau das A und O zu sein. Von der Hafenpromenade fahren mehrmals täglich Ausflugsschiffe zur Gegenüberliegenden Insel Biševo, die ihre Besucher mit der Blauen Grotte und gemächlicher Ruhe fasziniert.
Bild 1-15: Besichtigung von Komiža
Wir liefen weiter durch die schönen Gassen bis wir uns in einem urigen Lokal zu einem kleinen Happen niederließen, und im Anschluss bis in den Norden der Stadt spazierten wo ein Hotel und ein Strand das Ende Komižas ankündigen. Hier ließen wir uns von der Adria erfrischen und gammelten ein wenig in der Sonne rum.
Bild 1-5: Das urige Restaurant
Bild 6-7: Der Strand
Informatives…
Komiža liegt in einer großen Bucht an der Westseite der Insel Vis am Fusse des 585 m hohen Berges Hum, an dessen Hängen die Trauben für die hervorragende Inselweine in der Sonne wachsen.
Erstmals erwähnt wird Komiža im 12. Jh., und im 13. Jh. erricheteten Benedektiner von der Insel Biševo das Kastell. Über Jahrhunderte lebten die Menschen der Insel von der Fischerei und dem Weinanbau. 5.000 Einwohner zählte der Ort noch anfangs des 18. Jahrhunderts. Der Wein wurde nach Italien exportiert und es gab 7 Fischfabriken, die Heute jedoch alle geschlossen sind. Heute leben nur noch 1.677 Einwohner in Komiža. Wie auf vielen anderen Insel gab es nach dem zweiten Weltkrieg eine Auswanderungswelle.
Hier nun aber noch ein paar weitere Eindrücke von Komiža…
Bild 1-15: Impressionen aus Komiža
Bild 16: Blick auf Biševo
Bild 17: Sveti Nicolas aus dem Bus fotografiert
Um 17 Uhr nahmen wir den Linienbus zurück zur Stadt Vis. Als wir im Hafen ankamen lag die 18 Uhr Fähre nach Split bereits auf Anker. Wir entschieden jedoch zunächst einmal die Stadt Vis ein wenig zu erkunden, und die letzte Fähre um 20:30 Uhr zu nehmen.
Also marschierten wir los…
Vis Stadt
Vis Stadt befindet sich in der Viški-zaljev-Bucht und besteht aus zwei Stadtteilen (Kuta im Osten und Luka im Westen). Im Stadtteil Luka befindet sich, wie der Name schon verrät, der Hafen (kroatisch: Luka) und die Bushaltestelle. Die Distanzen von West nach Ost sind sehr, sehr lang und so sieht man hier sehr viele Menschen auf Fahrrädern. Da wir vom Hafen aus die Besichtigung antraten, führte uns die Uferpromenade die sich über viele Kilometer durch die gesamte Stadt zieht in Richtung Osten. Auch hier reichen die Häuser oftmals bis ans Wasser. Einfach wunderschön anzusehen.
Auch in Vis Stadt findet man lediglich gemächlichen Tourismus. Während des Spazierganges gab es einge Wehrtürme, den Garibaldi-Palast von 1552, das Sommerhaus des kroatischen Dichters Marin Gazarović aus dem 17. Jh., und das Haus von Dojmi-Delupis, in dem Heute das Archäologische Museum untegebracht ist, zu entdecken. Leider mussten wir nach der Hälfte der Strecke aufgrund des plagenden Hungers und des Zeitmangels wieder zurückkehren, und so konnten wir den Stadtteil Kuta lediglich aus der Ferne betrachten.
Bild 1-21: Impressionen aus Vis-Stadt
Bild 22: Blick zum Stadtteil Kuta
In der Nähe des Hafens genossen wir in einem der Restaurants an der Riva eine hervorragende Pizza. Um 20:10 sah ich besorgt auf die Uhr, da unsere Fähre die ja um 20:30 richtung Split ablegen sollte noch nicht mal angelegt hatte, und sich auch nicht in Sichtweite befand. Weitere zehn min. später schaute ich auf den Plan der Jadrolinija den ich mir in Deutschland bereits für die jeweiligen Inseln die ich besuchen wollte ausgedruckt hatte.
Während Sven und meine Cousine scheinbar genüsslich die Gegend beobachteten schaute ich die beiden gefühlte 10 min. erschrocken an, und traute mich nicht ihnen zu beichten, dass ich den Plan falsch gelesen hatte. Naja, irgendwann musste ich es ja sagen…Zunächst reagierten sie kontrollierend und wollten selbst mal einen Blick auf den Plan werfen. Und so bestätigte sich, dass ich den Plan zuvor falsch gelesen hatte. Die letzte Fähre nach Split lief bereits um 18 Uhr aus, und die 20:30 Uhr auf dem Plan wies lediglich auf die Ankunft in Split hin.
Tja was nun??? Erstmal ab zur Anlegestelle und sich nochmals vergewissern. “NEIN! Keine Fähre mehr”, hies es auch hier. Ein Katamaran ankerte jedoch im Hafen. “ERST UM 6 UHR!” hieß es. Ok, Entschluss steht fest. Ab ins Hotel fragen was denn so die Nacht kosten würde. “1500 KUNA!!!” Nein, 209 € ist definitv zu viel für eine Nacht. Also ab zur Touristinfo. Die netten Damen bemühten sich sichtlich uns ein günstiges Privatzimmer für die Nacht zu besorgen. Zunächst jedoch ohne Erfolg. Obwohl etliche Privatzimmer verfügbar (Die Insel Vis ist touristisch nun mal noch nicht wirklich entdeckt wurden) wollte kein Vernieter uns nur für eine Nacht aufnehmen. Unverständnis war glaube ich in unseren Gesichtern abzulesen, denn es muss doch wohl besser sein wenigsten eine Nacht Geld zu verdienen, als mehrere Nächte hintereinander gar kein Geld zu verdienen. Die Vermieter setzen auf der Insel aber nun mal darauf, dass sich Segler spontan für ein paar Tage niederlassen, und so würde ihnen natürlich ein lokrativeres Geschäft entgehen, wenn sie absagen müssten, nur weil wir für eine Nacht eine Notunterkunft buchen.
Nach 1 1/2 Stunden rumtelefonieren erbarmte sich doch noch eine Dame uns einen Unterkunft zu bieten. Ihre kleine Tochter holte uns im Touristbüro ab, und brachte uns zu dem großen Palmenpark, wo uns die Vermieterin bereits erwartete. Sie führte uns die engen Gassen weit nach oben zu ihrem Haus im Nordwesten der Stadt. Es war das letzte freie Zimmer das sie uns gab, alle anderen waren bereits belegt. Ein kleines Zimmer mit einem Ehebett und einem Singlebett und mit einem Kühlschrank ausgestattet. Das Badezimmer befand sich auf dem Flur und wurde von allen Mietern gemeinschaftlich genutzt. 300 Kuna für 3 Personen (39,50 €) ist fair, und wir konnten nicht meckern.
Nachdem wir uns etwas frisch machten, liefen wir wieder runter in die Stadt auf ein Eis. Das nächtliche treiben hinterlässt nochmal einen anderen Eindruck von Vis. Abends kommen die Einheimischen die meist vor der Tageshitze fliehen auf die Straßen und beleben das Städtchen ungemein. Gegen 23 Uhr machten sich meine Cousine und ich auf den Weg zurück ins Appartment zum schlafen, während Sven sich auf nächtliche Besichtigungstour begab. Wir entschieden uns nicht den Katamaran um 6 in der Früh zu nehmen, sondern die Fähre um 12 Uhr.
Der Osten der Stadt wird durch eine Halbinsel namens Prirovo verschönert, auf der im 16. Jh. das Franziskanerkloster mit der Kirche Sveti Jere erbaut wurde, an dessen Stelle früher ein römisches Theater stand. Die aufgehende Sonne bescherte uns einen wunderschönen Blick von der Terasse unserer Unterkunft auf die kleine Halbinsel.
Bild 1-3: Sonnenaufgang hinter der Halbinsel Prirovo
Zunächst stellten wir uns einer nach dem anderen unter die Dusche und putzten uns mit den Fingern und der Zahnpasta, die wir uns noch schnell am Vorabend besorgt hatten, die Zähne. Doch die Dusche nutzte nicht viel, denn schließlich hatten wir keine frischen Klamotten und mussten uns mit unseren durchgeschwitzten Klamotten vom Vortag zufrieden geben. Bloß keine schlechte Laune aufkommen lassen, lautete unsere Devise, und so begaben wir uns zum Frühstücken auf die Riva. Um 12 Uhr legte unsere Fähre ab, und so verabschiedeten wir uns von der schönen Insel Vis und erreichten um 14:30 Split.
Informatives…
In der Stadt leben Heute 1.960 Einwohner. Das antike Issa lag nordwestlich der großen Viški-zaljev-Bucht. Reste der Mauern und einige Mosaiken sind teils noch erhalten. Südlich davon stand einst hier die Thermen aus dem 1. Jahrhundert. Am Hafen findet man die Kirche Sveti Duh aus dem 17. Jh. und die Kirche Sveti Ciprijan aus dem 16. Jahrhundert.
Die Weine von Vis
Der griechische Geograf und Historiker Agatharchid aus Knidos schrieb bereits im 2. Jh. v. Chr. begeistert über den Wein von Issa, dass er der beste der ganzen Welt sei. Heute gibt es rund 650 Hektar Weinanbaugebiet auf der Insel. Die bekanntesten sind Vugava und Plavac die auch die Biografen von James Joyce lobten.










































































































































