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Genauso wie Trsteno und sein Arboretum, viel uns die Halbinsel Peljac und ins besondere Ston durch Zufall auf, und war keine geplante Unternehmung. Geplant war der Besuch der Insel Kočula. Um zu genau dieser zu gelangen, mussten wir die Halbinsel Pelješac einmal komplett der vollen Länge nach überqueren.

Blick auf die Mauer von Ston
Bild: Blick auf die Mauer von Ston

Mir war sehr wohl um die Halbinsel und seine Schätze bekannt, jedoch war mir nicht bewusst, dass diese lediglich 50 km nördlich von Dubrovnik liegt.

Die Halbinsel imponiert mit ihren hohen Bergen, den idyllischen kleinen Dörfern, den Weingütern, den Buchten, den Prachtbauten aus der Zeit Ragusas. Die gesamte Gegend ist sehr fruchtbar. Überall ist es grün, und alles blüht. Ganze Felder mit Zitrusfrüchten, die darauf warten im Oktober geerntet zu werden.

Mandarinenbaum
Bild: Mandarinenbaum

Selbstverständlich wollten wir es nicht beim durchfahren belassen und beschlossen der Halbinsel nochmals einen Ganztagsbesuch abzustatten.

Gesagt, getan. Am 21.09.2007 setzen wir uns ein weiteres mal in den Linienbus und fuhren in Richtung Pelješac. Um genau zu sein sollte uns der Busfahrer nach Ston bringen. An dieser Stelle muss doch auch mal das Busfahren in Kroatien als eine schöne Nebensache gelobt werden. Auf all unseren Busfahrten mit Linienbussen die sich bis in andere Städte bewegten hatten wir einen heiden Spaß. Die Busfahrer kannten so ziemlich alle die in irgenwelchen x-beliebigem Dörfern zustiegen. Es wurde gelacht, getrascht und gesungen. Im Regelfall lief auch Musik, oder aber Comedy auf Kassette ala Mario Barth, nur auf kroatisch. Die Busfahrer hatten auch immer gleich einen guten Draht zu uns. Mir taten bloß jedesmal die Touristen leid die das Geschehen miterlebten, jedoch kein Wort verstanden.

So schön sind die Gassen und Gassen in Ston

So schön sind die Gassen und Gassen in Ston

So schön sind die Gassen und Gassen in Ston

So schön sind die Gassen und Gassen in Ston
Bild 1 – 4: So schön sind die Gassen und Gassen in Ston

Informatives…

Pelješac ist nach Istrien Kroatiens zweitgrößte Halbinsel, oder besser gesagt Fastinsel. Denn Pelješac ist lediglich auf einem schmalen Landstreifen mit dem Festland verbunden. Die Peninsula ist 70 km lang und bis zu 7 km breit. Die Fläche misst 350 km² auf denen 8.000 Einwohner hausen. Der höchste Berg ist der Sveti Ilija der satte 961 m gen Himmel ragt.


Karte Peljesac

(Bildquelle:www.peljesac.hu)

Pelješac wurde bereits von den Illyrern, Griechen und Römern besiedelt, fiel nach dem Untergang des Weströmischen Reiches an Byzanz, und wurde dann im 9. Jahrhundert von neretvanischen Piraten erobert. Ab 1333 gehörte Pelješac zur Republik Ragusa (Dubrovnik).

1999 entdeckten Archäologen in einer Höhle auf der Peninsula die bisher bedeutenste Fundstätte der illyrischen Kultur. Die Fundstätte lässt auf eine mindestens 8000 Jahre zurückliegende Siedlung der Illyrer schließen, die ca. 2000 Jahre unberührt blieb. Die Spila (Höhle) Nokovana.

Ston

Das kleine 600 Seelenstädtchen Veli Ston (oder auch Veliki Ston) kann einen ganz schön ins schwitzen, aber auch ins schwärmen bringen. Nicht nur dass das Städtchen traumhaft schön ist, nein, hier nahmen wir auch das beste Mittagessen unseres Urlaubes zu uns. Der Ort ist mit dem Nachbarort Mali Ston (150 Einwohner) durch eine 5,5 km lange Verteidigungsmauer verbunden, die nicht nur die längste Europas ist, sondern die zweitlängste, nach der chinesischen, auf der Welt.

Festungsmauer

Festungsmauer

Bild 1 & 2: Festungsmauer

Die Mauer wurde ab 1333 von der Republik Ragusa errichtet, um die Landenge die Pelješac mit dem Festland verbindet von Mali Ston im Nord-Osten und Veli Ston im Süd-Westen für Eindringlinge unpassierbar zu machen. 1996 wurden 60% der Festungsmauer bei Veli Ston beschädigt, während Mali Ston völlig unbeschädigt davon kam. Die Restaurierungsarbeiten ziehen sich nun schon seit mehreren Jahren hin, so wird es schon bald möglich sein die kompletten 5,5 km zu belaufen. Die 980 m lange Mauer über Veli Ston ist bereits passierbar, was wir selbstverständlich in Anspruch nahmen. Auf halbem Wege wurde die Mauer mit einem Sichtungsturm ausgestattet. Die Rundumsicht die sich einem von diesem Turm aus bietet sollte man nicht verpassen.

Aussicht vom Turm aus
Bild: Aussicht vom Turm aus

Ston diente Ragusa jedoch nicht nur zum Schutze, sondern auch mit seinen Salzsalinen. Schon die Illyrer pflegten hier ihre Anlagen zur Salzgewinnung. Ragusa dienten sie zum Eigenbedarf und für den Handel.

Blick auf die Salzsalinenen vom Turm aus
Bild: Blick auf die Salzsalinenen vom Turm aus

In einem Reiseführer las ich von einer schönen Bucht namens Prapratno zu der wir nach der Besichtigung von Veli Ston unbedingt zum plantschen hin wollten. Also erkundigten wir uns bei den Einheimischen, ob es vielleicht einen Bus gibt, der uns dort hinbringt. Denn diese Bucht sollte 3,5 km südwestlich von Veli Ston liegen. Leider gab es keinen Bus. Da wir aber auch nicht wussten in welche Richtung wir laufen sollten, fragten wir einen netten älteren einheimischen Herren. Er erklärte uns den Weg. Also wollten wir losmaschieren, doch der nette Heer bot uns an uns mitzunehmen, da er eh gerade zu seinem Weingut wollte, dass wohl ganz in der Nähe der Bucht liegt.

Mmmmhhh meine Cousine und ich schauten uns erst fragend an, denn wie sollte er uns mitnehmen, wo er doch nur über einen kleinen Pickup verfügt der lediglich Fahrer- und Beifahrersitz enthält? Die Lösung: Meine Wenigkeit auf den Beifahrersitz, meine Cousine auf mein Schoß mit eingequetschtem Kopf und ab Richtung Prapratno Beach. Er fuhr uns genau bis zum Strand.

Jedem der sich Ston ansieht empfehle ich diese Bucht. Wenn man von der Hauptstrasse Richtung Orebić fahrend 3,5 km hinter Ston nach links abbiegt, führt eine Straße bis runter an die Bucht. Der Blick auf die Bucht vom oberen Teil der Abfahrt ist unvergesslich. Der Strand ist ein Sandstrand und auch hier ist das Wasser glasklar und trübt nicht auf, obwohl es Sand ist. Gleich hinter dem Strand befindet sich ein kleiner Campingplatz, ansonsten findet man dort mit Ausnahme einen Hauses nur wilde Natur.

Bucht Prapatno

Bucht Prapatno

Bucht Prapatno
Bild 1 – 3: Bucht Prapatno

Nachdem wir ca 2 Stunden den Strand und das Wasser der Adria genossen hatten machten wir uns zu Fuß auf den Weg nach Ston, denn wir wollten unseren Bus nach Dubrovnik nicht verpassen. Wir benötigten exakt 1 Stunde für die 3,5 km. Es war eine wirklich wundervolle Stunde Zeit die wir da erlebten. Wir wanderten vorbei an Weingütern, Olivenhainen, Mandarinen- Orangen- Zitronen und Granatäpfelbäumen. Und nirgends gab es auch nur ein Haus. Nur die Natur, das bisschen Straße und wir. Kurz vor Ston gab es 2 Stände nur ein paar hundert Meter voneinander entfernt. An dem einem stand ein junges Mädchen das frische Früchte und Gemüse aus dem heimischen Garten verkaufte. Da wir schon Ende September hatten, fanden sich auch schon vereinzelt die ersten reifen Mandarinen an den Bäumen. Ich kaufte bei dem Mädchen ein halbes Kilo, dem eine schnelle Dekontamenierung in Deutschland bevor stand. Mama liebt Mandarinen. In Ston angekommen genossen wir noch ein Eis bevor unser Bus nach Dubrovnik die Rückreise antrat.

Stand mit frischem Obst und Gemüse

Stand mit frischem Obst und Gemüse

Bild 1 & 2: Stand mit frischem Obst und Gemüse

Orebić

Das malerische Hafenstädtchen Orebić entstand durch ein im 16. Jahrhundert von einer Kapitänsfamilie errichtetes Kastell, aus dem sich der spätere Ort entwickelte.

Orebić ist heute das Zentrum des Tourimus auf der Peninsula Pelješac, und beeindruckt mit seinen von pensionierten Adriakapitänen errichten Prachtvillen und subtropischen Gärten einen jeden Besucher. Im 19. Jahrhundert besaß die Reederei Pelješac in Orebić 33 Großsegler.

Das Städtchen mit seinen 2.000 Einwohnern bietet einen schönen Urlaub voller Abwechslung. Viele tolle Sehenswürdigkeiten befinden sich in der Nähe, und lassen sich bequem vom Hafen aus, oder mit dem Bus erkunden. Die Insel Mljet mit seinem Nationalpark, die Insel Korčula mit der gleichnamigen Hauptstadt liegt direkt Gegenüber, Ston, Dubrovnik, die Insel Lastovo, um nur Einige zu nennen, und natürlich Orebić selbst.

Durch die Lage Orebićs auf der Halbinsel Pelješac, kann der Besucher zwischen hervorragenden Bademöglichkeiten entscheiden. Orebić selbst verfügt allein schon über eine vielzahl an Traumstränden, darunter auch der bekannte Sandstrand Trstenica. Wer es lieber ruhiger mag, der erreicht kurz vor Ston die wunderschöne Sandbucht Prapratno, die bei langem nicht so bekannt ist, oder sucht auf eigene Faust. Denn es lässt sich immer eine einsame Bucht (egal ob Sand, Kies oder Fels) finden, in der man das Gefühl hat allein auf der Welt zu sein.

Allen Kulturinteressierten bietet sich der Besuch des Schifffahrtsmuseum an, dass über die Seefahrtsgeschichte des Hafenstädtchens informiert. Desweiteren findet man das Franziskanerkloster aus dem 15. Jahrhundert mit seiner Loggia, dass sich auf einer Anhöhe des Sveti Ilija befindet. Von der Loggia aus hat man einen grandiosen Blick auf die Altstadt von Korčula. Der Aussichtpunkt gilt als der 3. schönste der Welt, und wurde von der Republik Ragusa genutzt um die Insula Korčula, die damals unter venezianischer Herrschaft stand, auszuspähen.

Leider haben meine Cousine und ich lediglich den Hafen Orebićs gesehen, als wir nach Korčula übersetzten. Orebić ist einer der wenigen Orte die wir auf unserer Süddalmatien Tour ausgelassen haben. Auf der einen Seite bin ich sehr traurig darüber, da der Ort wahnsinnig schön sein soll, auf der anderen Seite ist das nur ein weiterer Grund schnellst möglich die Region Süddalmatien wieder zu besuchen.

Hier gehts zur Bildergalerie Peninsula Peljesac!

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